Fahrradklima-Test Keyvisual grün

Fahrradklima-Test Keyvisual grün © ADFC | April Agentur

ADFC-Fahrradklima-Test 2020

 

Beim heute im Bundesverkehrsministerium vorgestellten ADFC-Fahrradklima-Test 2020 schaffte es Göttingen (trotz wenig erfreulicher Gesamtnote) auf Platz 1 der fahrradfreundlichsten Städte in seiner Größe.

 

Göttingen punktet mit guter Erreichbarkeit des Stadtzentrums

Beim heute im Bundesverkehrsministerium vorgestellten ADFC-Fahrradklima-Test 2020 schaffte es Göttingen (trotz wenig erfreulicher Gesamtnote) auf Platz 1 der fahrradfreundlichsten Städte in seiner Größe. 708 Göttinger haben im Herbst letzten Jahres an der bundesweiten Befragung teilgenommen. Besonders positiv bewerteten sie die gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums, die Möglichkeit zum zügigen Radfahren und die hohe Akzeptanz des Radfahrens bei Jung und Alt. Unzufrieden sind Göttingens Radfahrerinnen und Radfahrer vor allem mit der hohen Fahrraddiebstahlquote, der Radverkehrsführung an Baustellen, der Falschparkerkontrolle auf Radwegen und Konflikten mit dem Kfz-Verkehr. Der ADFC Göttingen fordert den flächendeckenden Ausbau des Radwegenetzes mit Mitteln des Bundes.

ADFC-Vorstandsmitglied Klaus Reinsch sagt: „Die Corona-Zeit hat viele Menschen neu auf das Rad gelockt, das ist erfreulich. Damit der Trend anhält, ist das Sicherheitsgefühl ganz entscheidend. In Göttingen fühlt sich trotz erkennbarer Bemühungen, die Bedingungen für das Radfahren zu verbessern, immer noch weniger als die Hälfte der Befragten beim Radfahren sicher. Vor allem Falschparker auf Radwegen, aggressives Verhalten von Kfz-Fahrern und mangelhafte Radverkehrsführungen an Baustellen beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl. Damit Göttingen in der Gunst der Radfahrenden noch weiter steigt, sollten schnell die Lücken im Radwegenetz geschlossen werden. Der Bund hat mit dem Sonderprogramm Stadt und Land dafür ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt.“

Göttingen hat landes- und bundesweit den Platz 1 in der Kategorie der Städte 100.000 bis 200.000Einwohner behauptet. Gegenüber den letzten Tests in den Jahren 2016 und 2018 hat sich die Bewertung in Göttingen allerdings kaum verbessert. Im Durchschnitt geben die Göttinger die Note befriedigend (3,3) für die Fahrradfreundlichkeit. Die Mehrzahl der Befragten sagt, Radfahren mache in der Stadt Spaß und in jüngster Zeit wurde viel für den Radverkehr getan.

ADFC Vorstandsmitglied Friedrich Helmsen sieht trotz des guten Abschneidens noch reichlich Verbesserungspotenzial: „Göttingen behauptet seit 2016 den ersten Platz im Ranking der Großstädte zwischen 100.000 und 200.000 Ein­wohnern vor allem deshalb, weil sich die Bewertung anderer fahrradfreundlicher Städte verschlechtert hat. Die Freude über den ersten Platz sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass die Fahrradfreundlichkeit in Göttingen seit Jahren unverändert nur mit der Gesamtnote befriedigend bewertet wird. Das Ergebnis sollte dazu anspornen, weiter in eine zukunftsfähige Radverkehrsinfrastruktur zu investieren. Den Umstieg auf das Fahrrad weiter zu fördern, ist auch eine Investition in nachhaltigen Klimaschutz.“

Rekord: Rund 230.000 Teilnahmen, 1.024 Städte in der Wertung

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Er wird vom Fahrradclub ADFC alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand 2020 zum neunten Mal statt. Rund 230.000 Radfahrerinnen und Radfahrer haben bei diesem Durchgang abgestimmt, davon nur 15 Prozent ADFC-Mitglieder. 1.024 Städte kamen in die Wertung, mehr als jemals zuvor. Bei den 27 Fragen ging es darum, ob man sich auf dem Rad sicher fühlt, wie gut die Radwege sind und ob die Stadt in Zeiten von Corona das Fahrradfahren besonders fördert. Damit fundierte Ergebnisse erzielt werden, müssen pro Stadt der Größe Göttingens mindestens 75 Abstimmungsergebnisse vorliegen. Diese Zahl wurde in Göttingen mit 708 Teilnehmern deutlich überschritten.Die Ergebnisse des Tests haben durch die breite Bürgerbeteiligung hohe Aussagekraft und können Kommunen helfen, das Angebot für Radfahrende gezielt zu verbessern.

Über den ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit über 200.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit.

Der ADFC-Kreisverband Göttingen setzt sich insbesondere dafür ein, dem Radverkehr seiner wachsenden Bedeutung gerecht werdend mehr Platz einzuräumen durch gute, breite und Hindernisfreie Radwege, weitere Fahrrad­straßen und -zonen, sichere Kreuzungen sowie ausreichende und sichere Abstellmöglichkeiten.

Die detaillierten Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests 2020 finden Sie auf www.fahrradklima-test.adfc.de. Die digitale Pressemappe gibt es auf www.adfc.de/presse.

Kontakt

Friedrich Helmsen, Tel. 0551 484892, friedrich.helmsen@adfc-goettingen.de

Klaus Reinsch, Tel. 0551 487185, klaus.reinsch@adfc-goettingen.de

 


https://goettingen.adfc.de/pressemitteilung/adfc-fahrradklima-test-2020-12

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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